Phase 1: Die Studie

Ein Institut in den USA veröffentlicht eine Studie. Im aktuellen Fall handelt es sich um das Center for Tobacco Control and Education an der University of California in San Francisco, geleitet durch Prof. Dr. Stanton Glantz und eingerichtet mit Geldern von Johnson & Johnson. An dieser Stelle ist es zudem auch wichtig zu erwähnen, dass Herr Glantz keinerlei medizinische Vorbildung vorweisen kann, er ist Ingenieur und hat sich dem Kampf gegen Tabak und das Rauchen verschrieben, ist darüber hinaus einer der größten Gegner der E-Zigarette.

In der Wissenschaftswelt ist dieser Herr recht bekannt für seinen, sagen wir: sehr großzügigen Umgang mit zur Verfügung stehenden Daten und seiner fragwürdigen und vor allem tendenziösen Interpretation von Resultaten. Ganz konkret werden viele seiner Studien von Wissenschaftlern und Fachleuten regelmäßig förmlich in der Luft zerrissen, da sie sowohl handwerklich als auch in den Ergebnissen nicht den Mindeststandards wissenschaftlicher Arbeiten genügen. So geschehen auch mit der aktuellen Studie.

Die Studie analysiert öffentliche Daten aus dem „Population Assessment of Tobacco and Health“ (PATH) der „Nationalen Gesundheitsinstitute“ (National Institutes of Health – NIH), also Daten aus Selbstauskünften, die im Rahmen von Befragungen gesammelt wurden. Es handelt sich hierbei also um sehr “weiche” Daten in der Form von “Liegt bei Ihnen eine Erkrankung der Atmungsorgane vor? - Ja, Nein, Vielleicht”. Es wurden nie tatsächliche Untersuchungen durchgeführt sondern ausschließlich bekannte Daten aus Selbstauskünften ausgewertet und aufsummiert. Und daraus anschließend geschlossen: Die Gefahr, an einer Atemwegserkrankung zu erkranken, liegt bei Nutzern der E-Zigarette um den Faktor 1,3 höher als bei Nichtrauchern. Bei Tabakrauchern hingegen ist das Risiko 2,5 mal so hoch. Das sind, vereinfacht gesagt, die Ergebnisse der Studie. Erstmals wurden die Ergebnisse im August auf einem Kongress vorgestellt und in der Folge von Wissenschaftlern zerlegt. Auch in Deutschland wird inzwischen sehr viel Kritik an dieser Studie laut, sie wird als "fragwürdig und irreführend" bezeichnet.

Weshalb wird diese Studie nun kritisiert?

Ein Kritikpunkt ist, dass die zur Auswertung herangezogenen Selbstauskünfte nur eine extrem geringe Aussagekraft haben und somit auch nur bedingt brauchbar sind. Weiterhin wird kritisiert, dass Daten aus einem Zeitraum von nur 3 Jahren (2013-2016) ausgewertet wurden. In so einem sehr kurzen Zeitraum können sich aber keine schwerwiegenden Krankheiten wie COPD entwickeln, speziell diese Erkrankung entwickelt sich über deutlich längere Zeiträume. Selbst bei starken Kettenrauchern dauert es Jahrzehnte, bis sich diese Krankheit ausbildet. Herr Glantz jedoch führt die Ausbildung dieser Krankheit bei Dampfern (die zuvor Jahrzehnte geraucht haben) auf das Dampfen zurück. Ohne zu berücksichtigen, dass sich die Krankheit bereits in der Zeit des Rauchens entwickelt haben MUSS. Aus Korrelation wird bei ihm Kausalität a la “Im Winter wird sehr viel geheizt, weil so viele Menschen Öfen haben”. Das sind nun 2 Kritikpunkte von vielen, hier kann man weitere nachlesen und auch vapers.guru nennt einige.

Phase 2: Die Veröffentlichung der Studie und die Berichterstattung in den Medien

Am 17.12.2019 wurde diese Studie veröffentlicht. Noch vor der eigentlichen Veröffentlichung gingen die entsprechenden Agenturmeldungen durchs Netz und wurden von den Redaktionen in Windeseile verbreitet. Ein äußerst interessanter Fun Fact ist hierbei auch die Beobachtung, dass speziell die wenigen Studien, die sich gegen die E-Zigarette bzw. das Dampfen richten, überproportional häufig extrem schnell durch die Presseagenturen verbreitet werden, während die vielen deutlich positiven Studien oftmals überhaupt nicht, oder bestenfalls nur unter dem Radar auftauchen. Es wirkt, als wären hier häufig Personen involviert, die sehr umfangreiche Kenntnisse in Sachen Pressearbeit oder auch die entsprechenden Kontakte aufweisen. Das aber nur nebenbei.

Die Studie schafft es aus dem Stand, in sämtlichen Medien bereits am frühen Morgen des 17.12.2019 präsent zu sein. Bestenfalls mit der Schlagzeile: "Nutzer von E-Zigaretten haben ein erhöhtes Risiko, Lungenerkrankungen zu erleiden". Den Vogel schießt hier allerdings die Tagesschau ab, indem sie titelt: “E-Zigaretten so gefährlich wie Tabak”. Angeteasert wird der Artikel dann mit den Worten:

“Eine Studie aus den USA belegt, dass das Rauchen von E-Zigaretten langfristig genauso schädlich ist wie das Rauchen von Tabak. Typische Erkrankungen sind demnach Asthma, Bronchitis und Emphysem.”

Abgesehen von der Tatsache, dass das medizinisch nicht korrekt ist, denn die häufigsten und schwerwiegendsten Erkrankungen von Tabakrauchern sind Krebs und Erkrankungen des kardiovaskulären Systems; es ist auch mit Blick auf die Studie falsch. Denn selbst angesichts der schweren handwerklichen Mängel dieser Studie wird genau das nicht einmal in der Studie behauptet. Wir erinnern uns: Risiko bei Dampfern: 1,3 - Risiko bei Rauchern: 2,5. Die Tagesschau berichtet also mit frei erfundenen Informationen über eine Studie gegen das Dampfen, möglicherweise, weil die Ergebnisse der Studie noch nicht drastisch genug waren.

Unabhängig davon kann man ja bei der Aufbereitung und Darstellung von Informationen in einem Artikel wunderbar steuern, in welche Richtung die Wahrnehmung der Informationen tendieren soll. Ein halbvolles Glas Wasser kann “fast voll”, aber auch “fast leer” sein. Bezogen auf den aktuellen Fall hätte man beispielsweise berichten können: “Wer vom Rauchen auf das Dampfen umsteigt, verringert das Risiko einer Lungenkrankheit um 80%”. Und damit wäre man deutlich näher an der Wahrheit als mit der Aussage “Das Risiko von Dampfern, an einer Lungenkrankheit zu erkranken, ist laut einer Studie 30% höher als bei Nichtrauchern”. Bezogen auf den Inhalt der Studie wäre die letzte Schlagzeile zwar nicht falsch, sachlich allerdings nach wie vor weit weg von der Realität.

Die Tagesschau titelt nun aber nicht nur auf denkbar schlechteste Weise, sie erfindet schlichtweg eine Schlagzeile und konstruiert auf Basis der Studie einen Artikel um diese Schlagzeile herum. Ganz besonders dramatisch ist dabei, da es sich hier um eine Redaktion des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks handelt, die sich den Kampf gegen Fake News auf die Fahnen geschrieben haben. Wir reden hier also nicht über Boulevardmedien, die jedem Klick hinterher hecheln, sondern um eine eigentlich (vermeintlich) seriöse Redaktion mit vermeintlich seriösen Journalisten.

Phase 3: Die berechtigte Kritik am Artikel

Es ging relativ schnell und die ersten Kritiker an diesem Artikel hinterließen Kommentare bei der Tagesschau. Sowohl am Artikel selbst, als auch auf Facebook und Twitter, wo der Artikel ebenfalls angeteasert wurde. Die meisten kritischen Kommentare verwiesen darauf, dass die getätigte Aussage nicht im Ansatz dem entspricht, was die Studie im Ergebnis aussagt. Nach und nach kamen dann auch Hinweise auf die handwerklichen Mängel der Studie und die entsprechenden Artikel, die bereits seit August zu dieser Studie zu finden sind. Von Seiten der Tagesschau kam dazu erst einmal: Nichts.

Verschiedene Kommentare auf Facebook wurden (scheinbar) gelöscht oder auf unsichtbar geschaltet, zumindest berichten ein paar Kommentatoren davon, dass ihre Kommentare nicht mehr sichtbar waren. Auf Twitter äußert sich Frau Dr. Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention beim Deutschen Krebsforschungszentrum, wie folgt gegenüber der Tagesschau:

“Liebe @tagesschau, habt ihr die Studie überhaupt gelesen? Seit wann ist 1,3 (Risikoschätzer für E-Zigaretten) gleich 2,6 (Risikoschätzer für Tabakzigaretten)? Abgesehen davon gibt die Studie klare Hinweise auf reverse Kausalität: Lungenprobleme führen zum Umstieg auf E-Zigarette.”

Erkennbare Reaktion der Redaktion: Richtig, keine.

Phase 4: Das Zurückrudern

Eine Reaktion der Tagesschau kam deutlich später. Erst gegen Abend verschwand plötzlich der Artikel auf Facebook (mitsamt der vielen vielen kritischen und korrigierenden Kommentare). Stattdessen tauchte ein neues Symbolbild auf mit der Überschrift “30% höheres Risiko für Lungenkrankheiten haben Dampfer im Vergleich zu Nicht-Rauchern”. Ergänzt wurde das Foto mit dem Text:

“In einem früheren Posting hatten wir geschrieben, E-Zigaretten seien langfristig genauso gefährlich wie Tabakrauchen. Präzise muss es heißen: E-Zigaretten haben laut der neuen Studie der University of California in San Francisco langfristig ähnliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Lunge wie das Rauchen von Tabak. Insgesamt untersuchten die Forscher Dharma Bhatta und Stanton Glantz Daten von mehr als 19.000 Menschen, die zunächst keine Lungenkrankheit hatten. Innerhalb von zwei Jahren gab es bei insgesamt rund 1.100 von ihnen Hinweise auf eine solche Erkrankung. In der Untersuchung ging es um Asthma, Bronchitis (eine dauerhafte Entzündung der Atemwege) und COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung).”

Dieses vorsichtige Zurückrudern ist nicht nur äußerst halbherzig, sondern im Ergebnis immer noch genau so falsch wie der ursprüngliche Beitrag. Zudem ist der eigentliche Artikel, der auf Facebook nur angeteasert wurde, nach wie vor im Original-Wortlaut unter tagesschau.de abrufbar. Die vielen Kommentare unter dem ursprünglichen Facebook-Eintrag, die die Probleme des Berichts aufzeigen und auf die Fehler und Falschaussagen hinweisen, sind verschwunden.

Die halbherzige und unvollständige “Korrektur” bewirkt exakt: Nichts. Der Schaden wurde bereits angerichtet. Und wird weiter angerichtet, der Artikel selbst wurde nie korrigiert oder ergänzt. Die Redaktion der Tagesschau glaubt, nun alles besser gemacht zu haben, aber im Grunde ist nichts geschehen was in irgendeiner Form geeignet wäre, die vermittelten Falschinformationen wieder aus den Köpfen der Leser und Hörer zu entfernen oder deren Nachwirkungen zumindest abzuschwächen.

Das einzig korrekte Verhalten der Tagesschau wäre gewesen, den ursprünglichen Artikel direkt in der Einleitung mit dem Hinweis zu ergänzen “Dieser Bericht ist falsch, bitte lesen Sie hier unsere Korrektur”. Inklusive Link zu einem Artikel, der sich zunächst mit der Person Glantz und dem Institut auseinandersetzt, die Studie durch Fachleute bewerten lässt und darüber hinaus klar erkennbar darauf hinweist, dass der ursprüngliche Beitrag nicht nur komplett falsche Schlußfolgerungen aus einer fragwürdigen Studie gezogen hat, sondern schlicht und ergreifend tendenziös und falsch informiert hat. Allein das wäre geeignet, der Tagesschau wieder ein Stück weit Glaubwürdigkeit zurückzugeben, die sie durch diesen Artikel nun vollends verspielt hat.

Phase 5: Nachträgliche Veränderungen am Artikel

Kurz bevor unser Artikel fertig war, überprüften wir noch einmal den Beitrag der Tagesschau in der Hoffnung, hier würden sich nun möglicherweise transparente Korrekturen oder auch Hinweise auf eine fehlerhafte Berichterstattung finden, die unseren Artikel überflüssig machen könnten. Aber weit gefehlt. Wir stellten stattdessen fest, dass die Überschrift des Artikel klammheimlich "entschärft" wurde. Plötzlich lautete die Headline "E-Zigaretten sorgen für Lungenschäden".

Veränderte Überschrift

Hinweise auf eine nachträgliche Änderung und mögliche Gründe dafür? Fehlanzeige. Einzig die Headline wurde verändert. ursprünglich lautete sie wie oben beschrieben (wir hatten die Headline für diesen Artikel als Screenshot gesichert):

Ursprüngliche Headline

Aber nicht nur, dass die Schlagzeile ohne weitere Hinweise komplett intransparent einfach geändert wurde, nicht einmal aus dem Datum des Artikels geht hervor, dass hier nachträgliche Änderungen vorgenommen wurden. Man beachte die Zeile unterhalb der Überschrift: Stand: 17.12.2019 04:30 Uhr. Zwischen beiden Screenshots liegen jedoch 2 Tage und zumindest am Vormittag des 18.12.2019 lautete die Schlagzeile noch exakt so wie beim Start des Artikels.

Schön ist natürlich, wenn man das nachweisen kann. Daher haben wir mal die Wayback Machine angeworfen und geschaut, was sich dort finden lässt. Und wurden fündig. Gespeichert wurden insgesamt 53 Snapshots der Seite, 44 vom 17.12. sowie 9 vom 18.12.. Und hier ist erkennbar, dass zumindest bis zum 18.12. 03:36 Uhr die originale Schlagzeile über dem Artikel zu finden war.

Wir fanden auch eine weitere nachträgliche Änderung des Artikels, die bereits am 17.12. vorgenommen worden war. Bis 07:24 Uhr lautete der der erste Absatz des Artikels wie folgt:

Ursprünglich

Dieser Absatz wurde nachträglich um 2 Sätze erweitert, die die Aussage wohl etwas entschärfen sollten. Der Snapshot von 07:33 Uhr weist die folgende Veränderung des 1. Absatzes auf (auch hier auf die Zeile "Stand..." achten):

Veränderung

Fazit

Dieses Fallbeispiel zeigt recht deutlich, wie Manipulation durch die Medien funktioniert und wie geschickt manche Kreise darin sind, bewusst die Mechanismen auszunutzen, um ihre Interessen durchzusetzen.

Der hier angesprochene Beitrag war sicher nicht der Auslöser für diesen Artikel, es war der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Diese manipulative Berichterstattung ist bereits seit längerem zu beobachten und fällt ganz speziell dann auf, wenn man sich in einem Thema ein wenig auskennt. Besonders dramatisch ist hierbei zu sehen, dass sich auch der Öffentlich Rechtliche Rundfunk an diesen Manipulationen beteiligt und, in diesem speziellen Fall, tatsächlich sogar deutlich schamloser gelogen hat. Es hat keinen Zweck, hier ein anderes Wort suchen zu wollen, um den Begriff “Lüge” zu vermeiden. Mindestens die Überschrift des Artikels sowie der Teaser sind schlicht frei erfunden, also erlogen. Anderswo (T-Online) wird sogar suggestiv in der Headline gefragt “Sind Zigaretten besser als E-Zigaretten?”.

Spoiler: Natürlich nicht. (weiter geht es unter der Grafik)

E-Zigarette im Vergleich zur Tabak-Zigarette

Aber auch in der Vergangenheit hat sich der ÖRR nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wenn man die Berichterstattung rund um die E-Zigarette verfolgt hat. Dass die Boulevardmedien möglichst viele Klicks auf ihre Headlines provozieren wollen ist nichts neues, von da erwartet man eigentlich nichts substanzielles mehr. Aber wenn selbst dort nicht mal ansatzweise so viel Unfug geschrieben wird wie in der Tagesschau, dann überrascht das doch extrem. Wenn man die Tagesschau dann auch noch dabei ertappt, dass kritisierte Artikel nachträglich abgeschwächt werden, ohne dass dies in irgendeiner Form transparent gemacht wird, dann erhärtet das unseren Vorwurf der bewussten Manipulation in unseren Augen nur noch mehr.

Auffallend ist, dass augenscheinlich die Verfasser von Studien oder Publikationen, die die E-Zigarette in einem schlechten Licht erscheinen lassen, besonders geschickt darin sind, ihre Publikationen möglichst weit in die Medienlandschaft hinaus zu tragen. Natürlich spielt hier zum Teil mit hinein, dass negative Schlagzeilen immer interessanter für die Medien sind als positive. Aber das Ausmaß, in dem sich diese wenigen negativen Meldungen schneller verbreiten als die vielen positiven, überrascht durchaus und lässt vermuten, dass das gesteuert wird. Und auch ohne in Verschwörungstheorien zu verfallen kann man hier durchaus annehmen, dass ganz bewusst die E-Zigarette so schlecht wie nur irgend möglich dargestellt werden soll, um die Akzeptanz in der Bevölkerung gegen 0 zu treiben. Wofür hier der Nährboden bereitet werden soll können wir nur vermuten, sei es, um Werbeverbote möglichst leicht durchdrücken zu können oder die Produkte noch stärker (und unsinniger) zu regulieren, als das zum Teil jetzt schon der Fall ist.

Versteht uns bitte nicht falsch, wir sind ganz sicher nicht der Meinung, dass eine Regulierung der E-Zigarette bzw. E-Liquids Unfug ist. Viele Regelungen machen Sinn und sind absolut notwendig. Sei es aus Gründen des Jugend-, aber auch des Verbraucherschutzes. Aber so manches ist einfach unsinnig (maximal 10ml, 6 Monate Sperrfrist…) und dient niemandem.

Alles, was in den letzten Wochen und Monaten an Berichterstattung rund um die E-Zigarette passiert ist war darauf ausgelegt, die Akzeptanz der E-Zigarette zu minimieren. Keine der durchaus sehr positiven Studien wurde irgendwo erwähnt, die Erkrankungen und Todesfälle durch E-Joints in den USA wurden ausgeschlachtet und der E-Zigarette angerechnet, fadenscheinige und handwerklich schlechte Studien so negativ wie nur irgend möglich dargestellt. Man hätte gerade im hier betrachteten Fall durchaus wohlwollend berichten können, dass der Umstieg vom Rauchen aufs Dampfen laut dieser Studie eine 80%ige Risikoreduzierung ist und somit deutlich mehr Rauchern den Umstieg nahelegen können. Aber lediglich der Vergleich mit Nichtrauchern tauchte in den Schlagzeilen auf, dabei sind und waren diese nie die Zielgruppe für E-Zigaretten. E-Zigaretten sind als deutlich weniger schädliche Alternative für Raucher gedacht und werden auch so beworben und angeboten.

Faktisch sind wir (ausschließlich aufgrund der massiven negativen Berichterstattung) inzwischen an dem Punkt angekommen, an dem die Mehrzahl der Raucher einen Umstieg auf die E-Zigarette nicht mehr in Betracht ziehen. Sei es aus Angst vor plötzlichen Erkrankungen in den USA durch die E-Joints, sei es aufgrund der Fehlannahme, dass sich dadurch ja gesundheitlich auch nichts verbessern würde und man dann ja auch einfach weiter rauchen könnte. Die Berichterstattung sorgt dafür, dass weiterhin Menschen durchs Rauchen schwer erkranken, dabei könnte die E-Zigarette erwiesenermaßen verdammt viele Leben retten. Aber das scheint denjenigen, die diese Berichte in den Medien publizieren, tatsächlich schlicht egal zu sein. Sei es aufgrund einer Agenda, sei es aufgrund ideologischer Einflüsse, sei es aufgrund finanzieller Vorteile. Nichts davon ist sicher, aber die klar erkennbare falsche und undifferenzierte Berichterstattung quer durch sämtliche Medien lässt nur den einen Schluss zu: es geschieht bewusst. Ein versehentliches Verdrehen und unabsichtliches Übersehen der Fakten ist unmöglich. Nicht, wenn man so oft und so deutlich immer wieder auf die Fehler hingewiesen wird. Das ist im Gegenteil bewusstes Ignorieren und schamloses Spiel mit der Gesundheit und dem Leben von Menschen.